Wie lebt es sich im Schwesternhaus?

Ein Leben mit rund 120 Mitbewohnern? Was auf den ersten Blick nach Chaos klingt, bringt vor allem eins: Jede Menge Spaß und eine tolle Gemeinschaft, in der jeder Platz findet, sich zu verwirklichen.

Demokratisch bis zur Basis

Das Haus ist deshalb in vier „Flure“ unterteilt – den ersten, den zweiten und den dritten Flur, sowie das Spitzdach. Jeder Flur hat zwei gewählte Flursprecher, die die Putzpläne organisieren (jedes Bad wird zwei-, jeder Flur einmal die Woche geputzt, sodass jeder Bewohner etwa alle sechs bis acht Wochen einmal dran ist), die  im seltenen Streitfall schlichten und die Flurversammlung einberufen. Letztere entscheidet über alle neuen Mitbewohner und wird daher dein erster „Auftritt“ im Schwesternhaus sein.
Einmal im Monat trifft sich das ganze Haus in einer Vollversammlung (HVV), um Ausgaben, Änderungen und Projektdeen zu diskutieren und über deren Durchführung abzustimmen. Hier ist jeder gefragt!

Auf der HVV wird über alle wichtigen Belange des Hauses abgestimmt.

Mitangepackt: Mach es zu deinem Projekt

Fleißige Schwestern bei der Treppenpflege

Im Mittelpunkt unseres Projektes steht selbstverständlich die Erhaltung und der Ausbau unseres einzigartigen Hauses. Damit dies gewährleistet ist, werden von jedem Bewohner monatlich vier Arbeitsstunden verlangt. Diese werden halbjährlich abgerechnet und können gemäß der persönlichen Stärken und Interessen gewählt und gestaltet werden. Ob Renovierungsprojekte, Gartenarbeit oder Mithilfe bei der Organisation einer unserer berüchtigten Parties – hier ist für jeden etwas Spannendes dabei! Und keine Sorge, zusammen ist das Ganze schon kaum mehr Arbeit, als viel mehr ein gemeinschaftliches Erlebnis. Oder hast du vorher schon mal eine Wand eingerissen, eine Bank gebaut, einen Baum gepflanzt oder gelernt, Fliesen zu verlegen?

Eine weitere Möglichkeit des Engagements bietet die Aufnahme eines so genannten Amtes – als Amtsinhaber bist du für einen bestimmten Tätigkeitsbereich des Hauses verantwortlich. So kümmern sich die Vernetzer zum Beispiel darum, dass jeder Bewohner eine schnelle Internetverbindung hat, die Shopping Queen erledigt die Einkäufe der Verbrauchsmaterialien, die Fahrradschwester wartet die hauseigene Fahrradflotte, und so weiter.

Kabel verputzen für den Brandschutz

Große und kleine Projekte werden in motivierten Arbeitsgruppen geplant und durchgeführt. Beispiele hierfür wären das Reno-Gremium oder das Hundeplatz-SKT, die sich regelmäßig treffen, um Ideen zu sammeln und umzusetzen.

Living la Vida Loca: Filme, Feiern, Flurhopping

Der Gartenteich beim Sommerfest. Foto: Lisa Minninger

Natürlich kann ein Schwesternhausleben nicht nur aus Verpflichtungen, Versammlungen und Arbeit bestehen – Spaß und Freizeit kommen keineswegs zu kurz! Nebst gemeinsamem Grillen und Chillen auf der sommerlichen Terrasse werden regelmäßig Wohnungsübergreifende „Flurhoppings“ veranstaltet – hier bietet sich bei Getränken und Knabberzeug die Gelegenheit, auch mal in eine andere Wohnung zu spinxen und seine Nachbarn noch besser kennen zu lernen.
Der wildromantische Garten lädt überdies zu gemütlichem Lagerfeuer mit Stockbrot, Marschmallows und obligatorischem Gitarrenklampfen ein, ein bisschen Urlaubsfeeling direkt zuhause.

Schnippeln für den Cocktail-Abend.

Für mummeligere Abende sorgt das mittwöchige Kapellenkino: Unter Popkornduft in die tiefen Kapellensofas gekuschelt lassen sich hier die spannendsten Filme und Sportereignisse  verfolgen.

Und natürlich ist das Schwesternhaus auch in der dunkelsten Stunde eines jeden Studenten für dich da: Während der Lernzeiten der vorlesungsfreien Zeit  findet jeden Donnerstagabend in der Kapelle unser „Work Hard, Play Hard“ statt. Bei Tischkicker und Cocktails kann hier der hart erarbeitete Lernstoff erstmal verdaut werden – schließlich muss schwere Kopfarbeit ja auch belohnt werden!

Blick auf das Treiben der legendären Bad-Taste-Party in der Kapelle

Nicht zuletzt erwähnt werden müssen selbstverständlich auch die berühmt-berüchtigten Schwesternhausparties. Ob gemütlicher Cocktail-Abend, rauschende Dance Night oder steile Mottoparty – Anlass zum Feiern gibt es oft genug. Und was gibt es schöneres, als nach einer exzessiven Nacht gerade einmal wenige Meter bis ins eigene Bett zurücklegen zu müssen?

Mieten – all inclusive

Summertime im Schwesternhaus

Die Warmmiete für eine Schwesternhauswohnung (2 Zimmer mit Küche) beträgt ca. 250€ im Monat. Dazu kommt noch ein kleiner Obulus für Strom. In der Miete bereits enthalten sind dafür einige nicht ganz so gewöhnliche Vorzüge. Nebst unserer rasend schnellen (kostenlosen!) Internetverbindung, gibt es eine für alle zugängliche Waschküche mit Trockenboden und Trockner. Also Waschsalon, adé! Leckere Biokartoffeln, frisch vom Bauern, stehen für jeden Bewohner „all-you-can-eat“ zur Verfügung. Arm an Lesefutter oder Unilektüre? Dann schau doch einmal in unseren Bücherschrank. Und für die werksfreudigen gibt es ein große Werkstatt mit eigenem Holzkeller. Vom Hammer bis zum Spezialwerkzeug kann hier alles ausgeliehen werden, was das Tüftlerherz begehrt.

Gemütliche Atmosphäre am Lagerfeuer. Foto: Lisa Minninger

Unser Garten nicht zuletzt ist einzigartig – nicht nur bietet er Obdach für einige geschützte Tierarten, sondern ist auch eine wunderbare Oase zum Lernen und Faulenzen. Mit Lagerfeuer, Teich und eigenem Gemüsegarten ist er ein richtiges kleines Paradies mitten in der Stadt – wem das nicht reicht, der ist von uns aus im Nullkommanix in den Naherhohlungsgebieten Eilenriede und Alte Bult. Diverse Badeseen befinden sich außerdem nur einige Bahnminuten entfernt.

Die nähere Umgebung – rundum versorgt

Nun, und das sonstige drumherum? Mit den fußläufig erreichbaren Bahnstationen bist du in wenigen Minuten sowohl in der Innenstadt, als auch an allen hannoveraner Hochschulen. Zahlreiche Supermärkte und Fachgeschäfte sind nur ein paar Fahrradmeter entfernt – und sollte dir hierfür der Drahtesel fehlen, so hat die bereits erwähnte Fahrradflotte bestimmt was passendes für dich auf Lager!

Der schwesternhäusliche Drahteselmarkt hat für jeden ein passendes Zweirad parat.

Tierische Mitbewohner

Katze Lucy erkundet den Garten. Foto: Lisa Minninger

Berühmt war das Schwesternhaus schon immer vor allem für eines: Seine Dichte an vierbeinigen Bewohnern. Denn als einziges Studentenwohnheim Hannovers sind Haustiere bei uns nicht nur erlaubt, sondern sogar herzlich willkommen. Damit das gemeinschaftliche Leben nichtsdestotrotz reibungslos (und für alle hygienisch) verlaufen kann, ist die Tierhaltung allerdings mit ein paar kleinen Auflagen verknüpft:

So muss durch den Mieter zum Beispiel sichergestellt werden, dass durch sein Tier keine Schäden an der Mietsache entstehen und Nachbarn nicht durch Hinterlassenschaften, Gebell oder Geheule belästigt werden.

Familienzuwachs im Schwesternhaus. Foto: Lisa Minninger

Hunde müssen innerhalb des Hauses an der Leine geführt werden. Der hinterm Haus gelegene Garten ist unser Katzenparadies und für Hunde daher tabu. Im Gegenzug verfügt das Schwesternhaus über einen großflächig  eingezäunten Hundeplatz mitsamt vielfältiger Agilitygeräte. Hinterlassenschaften müssen selbstverständlich fix entfernt werden – hierfür sind rund um’s Haus Kotbeutelspender installiert, damit das Malheur im Nu beseitigt ist. Einmal im Jahr muss der Vorgarten von jedem Hundebsitzer zusätzlich von eventuell übersehendem Hundekot bereinigt werden – selbige Regel findet auf Katzenbesitzer im Hintergarten Anwendung.

Natürlich heißt das Schwesternhaus nicht nur Hund und Katz willkommen. Tierställe im Garten, zum Beispiel für Kaninchen und Meerschweinchen, benötigen jedoch eine Bewilligung durch die Hausversammlung.

Auf diese Weise hat unser Garten sogar schon einmal übergangsweise ein obdachloses Schaf und eine junge Ziegenfamilie beherbergt.